Blog abonnieren
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
Januar 2011
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010





Ein Umzug, der ist lustig...

von Leonard @ 2011-01-04 19:42     keine Kommentare
EIN UMZUG DER IST LUSTIG...
NEWSLETTER NR. 5

In dem verraten wird:
Warum Umzüge auch Spaß machen können,
selber Kochen doch nicht so schlimm ist,
wie Heiligabend ohne Familie ist
und was Stadtkinder auf dem Land machen.



San Juan del Sur, 31. Dezember

Vorgeschichte
Hätte ich diesen Newsletter vor ungefähr 2 Wochen geschrieben, hätte er höchstwahrscheinlich so angefangen: Hier ist
alles scheiße, die Familie ist komplett gestört und eigentlich hätten die alle eine Handgranate unterm Bett verdient. Au-
ßer vielleicht die kleine Diana...
Warum diese harten Worte? Normalerweise bin ich ja Pazifist, aber hört selber...
Wen die folgenden Streitigkeiten nicht groß interessieren oder wer ein schwaches Herz hat, einfach den braunen Text
überspringen :-)
Es war ein lustiger 1. Dezember, als ich der jungen Gastmutter eröffnete, dass ich gerne demnächst ausziehen würde, am
liebsten schon am 7. Dezember (auch wenn ich schon bis zum 16. bezahlt hatte). Ob ich da denn das Restgeld zurück-
kriegen könnte? Nein, das würde nicht gemacht werden. Außerdem hätte die ältere Nelgin ordentlich Schulden bei der
Bank. Ob man denn mal nachschauen könnte, ob auf der Bank noch etwas Geld wäre...? Joa...
Am nächsten Tag lag dann quasi als Antwort ein Schuldenzettel von der Bank auf dem Tisch, innerhalb der nächsten 48h
seien ca 4000C$ (ungefähr 200$) zu bezahlen. Also angeblich kein Geld aufm Konto...
Die junge Nelgin war schon bei diesem Gespräch überaus abweisend und nicht wirklich interessiert, dieses Verhalten
war aber auch schon in den vorherigen Wochen öfters zutage getreten.
Soweit so gut, mit neutralen Gefühlen mir gegenüber kann ich umgehen.
Durch die Trennung von Gaspar, unserem Ex-Gastvater, war die junge Nelgin generell wohl eher auf ihre Probleme fi-
xiert.
2 Tage später, Freitag der 3. Dezember dann, war von Weihnachtsstimmung dann überhaupt nichts mehr zu spüren: Ich
setzte mich gerade zum Mittagessen an den Wohnzimmertisch (wo seit ungefähr einem Monat übrigens auch der Fern-
seher platziert war), und ungewöhnlicherweise setzte sich die junge Nelgin auch zu mir an den Tisch um zu essen.
Und dann ging es los: Leonard, die Gitarre, benutzt du die eigentlich?
Zum besseren Verständnis: Gaspar hatte Tobias und mir seine Gitarre kurz nach Einzug ausgeliehen, weil wir zwei mal
gesagt hatten, dass wir beide Gitarre spielen.
Nachdem nun Tobias ausgezogen war, blieb die Gitarre bei mir. Gaspar, den wir nach seinem Auszug dann mal darauf-
hin angesprochen hatten, meinte, im August 2011 sollen wir sie ihm dann halt mal zurückgeben.
Zurück zum Mittagessen: „Ja, die benutz ich eigentlich schon.“ - „Ja, ich hab den Eindruck, du würdest die nicht gut
behandeln und es gibt da einen Gringo (Amerikaner), der die evtl. kaufen würde. Und dazu will ich die Gitarre einem
Neffen von mir zeigen, um den Wert schätzen zu lassen.“
Aha, schon mal ein dicker Hund. „Ich dachte, die würde Gaspar gehören?“ - „Nein, da hast du dich geirrt. Die gehört
mir, sie ist in meinem Haus, und ich werde die meinem Neffen zeigen.“
Da ich gerade beim Essen war und das mir ja bekannterweise heilig ist, schwieg ich erstmal, aß fertig und ging in mein
Zimmer. Dort habe ich dann erstmal Gaspar und Tobias konsultiert.
Gaspar: „Ja, ich komm demnächst mal vorbei wegen der Gitarre. Mach dir keine Sorgen.“
Ich also zurück zum Essenstisch, wo inzwischen nicht nur die junge Nelgin saß, sondern auch ihre Mutter und eine gute
Freundin von ihr.
Also dann: „Ja, ich hab mal kurz mit Gaspar gesprochen, und vielleicht kannst du ja einfach direkt mit ihm sprechen.“
„Hmmm... NEIN! Also ich zeig die jetzt meinem Neffen, das ist mein Haus, und diese Gitarre verlässt nicht mein Haus!“
(Torschlusspanik weil ich ausziehen will, aha...)

Ich natürlich schon etwas aufgeregt und zittrig, streitet ihr mal in einer Fremdsprache! ;-)
„Ja, ich hätte das aber äußerst ungern, wenn du einfach was aus meinem Zimmer nimmst!“
„Keine Angst, wir werden deine Sachen oder Klamotten nicht antasten. Aber die Gitarre werd ich verkaufen!“
Zwischendurch warfen auch die alte Nelgin und auch die gute Freundin mal ein paar Worte ein, die Freundin sogar,
dass sie meine Position verstehen könne, was die liebe Nelgin aber auch überhaupt nicht von ihrer Schmelztemperatur
herunterbrachte.
Gegen Ende hatte ich sie dann aber soweit, dass sie doch einfach erstmal mit Gaspar reden würde.
Voller Adrenalin machte ich mich dann auf zum Gesundheitszentrum, erstmal abkühlen.
10 Minuten später rief mich dann Gaspar an.
„Ja, Nelgin hat mich gerade extrem angepisst angerufen wegen der Gitarre. Und letzten Endes ist sie mir egal, kannst sie
ihr also ruhig geben.“
Soweit so gut, am nächsten Tag habe ich Nelgin dann die Gitarre ins Zimmer legen lassen. Am Abend, als ich sie gerade
beim Reinkommen mal wieder sah, hab ich sie dann direkt darauf angesprochen. „Hey Nelgin, hast du die Gitarre be-
kommen?“ - „Ja, danke.“
Und das waren dann auch schon die letzten Worte, die ich bis zum heutigen Tag mit Nelgin wechseln sollte.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass sich die Familie größtenteils auf Nelgins Seite geschlagen hat und meine Position
im Haus nur noch knapp über „geduldet“ lag.
Nelgin ging mir aus dem Weg und ich ihr, das Essen musste ich des öfteren aktiv einfordern, einmal abends hieß es dann
sogar: „Wie, du willst essen? Ich hab garnicht eingekauft, ich dachte, du wolltest nichts zu Abend essen...“
Die Kurzversion: Mit meiner Gastfamilie gabs einige Verwerfungen, weil sich die Gasteltern getrennt haben und die
Gastmutter mich dann unbedingt in ihren Sorgerechtsstreit/Trennungsstreit mit dem Vater mit rein ziehen musste. Bei
einer für sie elementaren Sache (der Gastvater hatte uns seine Gitarre geliehen, sie wollte sie aus meinem Zimmer neh-
men und verkaufen) habe ich ihr dann Paroli geboten, woraufhin ich die letzten 2 Wochen dann sozial isoliert in der
Familie verbringen durfte. Früher ausziehen hätte ich auch gekonnt, allerdings hätte ich dann das Restgeld verloren, das
wollten sie mir nicht zurück geben.

Mein neues Domizil, das ich schon länger im Auge hatte, hätte ich auch schon vor dem 16. beziehen können. Allerdings
hätte ich mir die 80$ Verlust auf der einen Seite nicht wirklich leisten können, auf der anderen Seite wollte ich diesen
unkulanten Halsabschneidern das Geld auch nicht in den Rachen schmeißen.
Ablenkung
So habe ich dann die Tage gezählt, viel gearbeitet und viel Freizeit bei Tobias oder anderen Freunden verbracht. Dazu
gehörte auch ein verlängertes Wochenende in Managua mit Tobias und drei Nica-Freundinnen, die wir mal in San Juan
kennen gelernt hatten.
Das Wochenende war auch sehr schön, auch wenn vegetarische Ernährung für die drei Mädels im Speziellen und Mana-
gua im Allgemeinen anscheinend etwas sehr ungewöhnlich war.

Und auch wenn alle Nicas außerhalb Managuas irgendwie denken, dass man in der Haupstadt innerhalb von 10 Sekun-
den ohne exzessiven Polizeischutz umgebracht, ausgeraubt oder vergewaltigt wird, ist uns nichts passiert.
Das größte Ärgernis dürfte wohl der Busbahnhof darstellen, wo man uns zu einem angeblichen Expressbus gelotst hat,
der allerdings dann doch ganze 5h statt der anvisierten 3h nach SJDS gebraucht hat.
Umzug
Am 16. Dezember habe ich dann mein Zeug gepackt und mit Hilfe von Tobias und Nando, einem Mitglied meiner neuen
Gastfamilie, eben dieses ins neue Domizil gebracht, ungefähr 250m weiter.
Und was soll ich sagen: Die Atmosphäre ist tausendmal besser und entsprechend fühlte ich mich auch sehr viel besser.
Diese Endorphin-Therapie hat auch bis heute angehalten, wenn auch mit ein paar Absackern.
So kurz vor Weihnachten hat mich nämlich ein bisschen das „Weihnachtsheimweh“ gepackt; es ist einfach etwas sehr
Neues für mich, ohne Familie Weihnachten zu feiern.
Nachdem ich mir dann jedoch einen Sonnenuntergang von vorne bis hinten „reingezogen“ habe, ging es auch schon viel
besser und Heiligabend durch Bars und Discos zu ziehen hat unbestreitbar auch etwas.
Meine Gastoma hat mir zu Heiligabend dann einen „Nacatamal“ gemacht, ein Paket aus Maismasse, Kartoffelscheiben,
Fleisch und etwas Reis. Für mich hat sie dann extra das Fleisch durch Fisch ersetzt. Was soll ich sagen, mit gutem Essen
bin ich leicht zu gewinnen und auch sonst sind die alle weniger geschäftsorientiert, sondern auf ein gutes Miteinander
bedacht. Als einer der Gastbrüder letztens fischen war, habe ich auch prompt eine Scholle geschenkt bekommen.
Bezüglich Essen koche ich nun ja auch selbst, was aber durch die fachkundige Assistenz meiner Gastmutter sehr viel
Spaß macht und auch sehr gute Ergebnisse zeigt, wer hätte es gedacht :-)
Die Wäsche muss ich doch nicht per Hand waschen, was mich doch ein kleines bisschen erleichtert.
Also bis jetzt ein 150 prozentig geglückter Umzug.
Campamiento
Von einer Doktorin, die viel für die FSLN tätig ist, wurde ich spontan nach einer Gesundheitsaktion zu einem „Campa-
miento“ eingeladen, also ein Zeltlager. Und zwar vom 17. auf den 18. Dezember.
Sehr kurzfristig habe ich dann zugesagt, ohne groß zu wissen, was da so auf mich zukommen würde. Doch ich sollte
nicht enttäuscht werden: Alles in allem war ich letzten Endes halb Teilnehmer und halb Betreuer. Da ich mangels fachli-
cher Vorbereitung nicht bei den thematischen Sachen mithelfen konnte eher Teilnehmer, wenn es um das nächtliche Er-
mahnen zur Ruhe um 22 Uhr und 2 Uhr ging, eher Betreuer.
Im großen und ganzen ging das Zeltlager darum, Kindern zwischen 10 und 18 Jahren zu erklären, was sexueller Miss-
brauch ist, dass das nicht erlaubt ist und was man dagegen machen kann.

Die Stimmung auf diesem Zeltlager war einfach nur spitze. Ich hatte zwar schon einmal das Glück, beim DLRG ein Zelt-
lager für Kinder mitbetreuen zu dürfen, was ich damals schon ein super Erlebnis fand. Doch dieses Zeltlager hat das
ganze nochmal deutlich getoppt. Das lag wohl zum einen an den etwas älteren Teilnehmern - ein 18 jähriger Chavalo hat
die ganze Zeit Sprüche vom Stapel gelassen, dass einem die Ohren flackerten - und außerdem an der exquisiten Lokali-
tät.
Wir waren nämlich in Collado untergebracht, einem kleinen Dörfchen mit vielleicht 1000-2000 Einwohnern. Wahrschein-
lich eher weniger. Collado liegt nicht an der Küste, was Auswirkungen auf das ganze Leben dort hat: Allein durch die
fehlende Möglichkeit, dass Touristen kommen, hat Collado weder Strom noch Handysignal und außerdem die schlech-
teste Straße aller Gemeinden im Kreis San Juan del Sur. Es gibt zwar noch das Dorf „La Libertad“ (Die Freiheit), wo die
Menschen so frei sind, dass sie nur mit Pferden zu ihrem Dorf kommen und auch nur, wenn es nicht geregnet hat. Aber
die haben dann so gesehen gar keine Straße.
Collado hingegen eine, bei der einem neben den flackernden Ohren auch noch einmal das ganze Skelett durchgeschüttelt
wird und man sich glücklich schätzen kann, wenn alles nachher noch am richtigen Ort sitzt.
Mir persönlich wurde das Zeltlager als eine Mischung aus pädagogischer Arbeit und Kennenlernen des Landlebens für
verwöhnte Städter (ja, das gibt es hier inzwischen auch schon!) vorgestellt.
Wäre nur die pädagogische Arbeit gewesen, hätten schwache Gemüter wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch
erlitten. Diese war nämlich an deutschen Maßstäben gemessen teilweise unterirdisch, teilweise peinlich und teilweise
halbwegs in Ordnung. So sollten zum Beispiel 10 jährige Jungs vor eine Gruppe aus 28 Jugendlichen und 10 Erwachse-
nen treten und dann laut ihre zuvor aufgeschriebenen 10 Charakterstärken und ihre 5 Charakterdefekte vorlesen. Wo da
der Lerneffekt bezüglich „Selbstbewusstsein“ liegt, weiß ich auch (noch) nicht wirklich.
Ich will mich nicht weiter hierüber auslassen, man kann nur sehr schön sehen, wie pädagogisch behütet und verwöhnt
man in Deutschland aufwächst. Einige Übungen wurden trotz einer Vielzahl von 6-7 Betreuern in einer einzigen lauten
Gruppe durchgeführt. Ein paar Tipps werde ich vielleicht noch einer der Veranstalterinnen mit auf den Weg geben, aber
natürlich so vorsichtig wie möglich, um nicht dem Klischee des weißen Besserwissers zu entsprechen.
Am Abend des ersten Tages sollten alle Gruppen übrigens auch noch irgendetwas vorführen. Da in meiner Gruppe fast
nur Ältere zu finden waren, griff ich den Vorschlag auf, doch eine Art „Sketch“ vorzuführen. Ich habe das ganze dann
etwas in Eigenregie hin zu einem kleinen Improtheater geführt, was für die anderen etwas sehr Neues darstellte. Nach-
dem ich dann ein paar Redebeiträge nach dem Motto „so, jetzt sprechen wir Wort für Wort durch was wir gleich sagen“
5 Minuten vor Vorführung beiseite gebügelt hatte, waren wir dem Begriff Improtheater sogar schon sehr nah gekommen.

Ich wurde dann sogar trotz meines nicht von der Hand zu weisenden Sprachnachteils zum Erzähler ernannt und habe
dann mit in die Hände klatschen immer kurz das Spiel meiner sehr engagierten Schauspieler (es ging um Prügeln, Boxen
und Versinken im Drogensumpf) angehalten, die Hintergründe erklärt, und dann weiter laufen lassen. Wen das Ende
interessiert: Der arme kleine Juan ist mit einem Boxtraining von der Straße und seiner Sucht geholt worden.

Die anderen Gruppen haben kurze Tanz- oder Singvorstellungen zum Besten gegeben, die kulturgemäß auch sehr schön
waren und sehr positiv aufgefasst wurden. Nichtsdestotrotz wurde danach mit CTV (unserer Campkamera) bei Lager-
feuerlicht durch die Gegend gerannt und alle anwesenden Erwachsenen um ein Rating gebeten. Und 5 von 7 interview-
ten Personen meinten dann auf die Frage, welche Vorstellung ihnen denn am besten gefallen hätte: „Das vom Leonar-
do!“ was mich immer noch zu einem Schmunzeln animiert.
Bei einer der unzählbaren Reden aller Persönlichkeiten von eventueller Bedeutung; des Dorfpfarrers (ausnahmsweise
ein Protestant), meinte die Veranstalterin dann noch, dass ihr unser Theaterstück sehr gut gefallen hätte. Wir sollen es
doch einfach noch auf sexuelle Ausbeutung von Kindern ummünzen, dann könnte es noch öfters das Rampenlicht erbli-
cken. Alles in allem habe ich glaube ich noch nie so oft in Reden Erwähnung gefunden (Dorfpfarrer: „Wir beten für alle
Kinder, Jugendliche, Betreuer, Organisatoren und Ausländer, die sich das Dorfleben anschauen möchte...“) und auch
noch nie so viele Applause für meine Person einheimsen dürfen.
So also dann nach 36h Zeltlager, davon maximal 6h Schlaf, geschafft aber auch glücklich zurück in mein neues Zuhause.

Meine Arbeit

"Meine Kurse"
Also die "Verbandskurse mit Katastrophen- und Unfallelementen" wie sie jetzt auf Fachdeutsch so schön heißen, haben
einen großen Anklang beim Städtepartnerschaftsverein und der Stadt Gießen gefunden. Deswegen darf ich mich jetzt
glücklich schätzen, mit 200€ Vereinsgeldern diese Kurse mit dem Centro de Salud durchzuführen.
Wer sich weitergehend hierzu interessiert, dem kann ich gerne mal den Projektantrag zuschicken.
Wann genau ich damit anfange, weiß ich noch nicht, ein bisschen Planungszeit brauche ich noch. Viele Absprachen müs-
sen noch mit den Gemeinden geführt werden um Teilnehmer und eine (symbolische) Teilfinanzierung der Gemeinden
zu besprechen.
Das Material für diese Kurse lässt sich gut hier organisieren. Außerdem habe ich inzwischen schon Kontakte zum Nica
Rotkreuz geknüpft, die mir auch schon wertvolle Tipps geben konnten und bei denen ich ja inzwischen auch eine "So-
corrista"-Ausbildung (Sanitäter) mache.
Die Schwimmkurse sind (noch) nicht so weit gediehen: Ich weiß leider immer noch nicht, ob es hier ein Übungsbecken
gäbe und auch nicht genau, ob überhaupt eine Nachfrage nach diesen Kursen besteht. Ich vermute zwar schon, aller-
dings weiß ich noch nicht, wie viele Kinder das wären etc.
Erwachsenenschwimmkurse würden wahrscheinlich auch gut ankommen, es gibt nämlich auch viele Erwachsene, die
nicht schwimmen können.
Hier würden mir jedoch ein paar Sachen noch fehlen, wie zB. Schwimmbretter. Die gibts hier sicher auch, kosten nur
natürlich auch etwas. 
Hier fehlt also alles in allem einfach noch etwas Recherche, vllt. auch etwas Motivation
Gesundheitszentrum
Abgesehen davon habe ich gerade Ferien im Gesundheitszentrum, wo aber alles super verläuft.
So hat das Gesundheitszentrum 500 Impfdosen gegen Hepatits B geschenkt bekommen, die dann schnell unter die Be-
völkerung gebracht werden sollten. Hierzu nehme man:
•eine Krankenschwester/einen Doktor + ggfs. einen Freiwilligen
•einen Thermokanister mit 50 Impfdosen
•einen Plastikbeutel mit Wolle und etwas Wasser
•einen Packen Einmalspritzen
•einen Entsorgekanister aus Pappe für Medizinabfälle

und schon kann es losgehen: Jede Gruppe kriegt ein Viertel zugeteilt, wo dann von Haustür zu Haustür gegangen wird
und einfach alle Leute geimpft werden, die einem über den Weg laufen. Und das beinhaltet dann auch die auf der Stra-
ße.
Am ersten Tag bin ich noch mit einem Doktor durch die Zona Central gelaufen, wo wir innerhalb von einer Stunde 30
Leute geimpft haben. Das heißt er hat geimpft, ich habe die Namen und das Alter aufgeschrieben und das wars.
Übrigens sollen hier jetzt auch Impfausweise für Erwachsene eingeführt werden - Kinder haben alle einen - allerdings
verlieren die Leute die anscheinend gerne. Der Doktor hat mir dann aber schonmal erklärt, wie das so mit dem Impfen
ist, warum man keinen Alkohol für die Wattebäuschchen benutzt und wo man da reinpikst.
Am zweiten Tag bin ich dann mit einer jungen Krankenschwester ins Barrio Chino (außer dem Namen hat dieses Viertel
nichts mit Chinatown zu tun) gegangen.
Und die meinte dann, ich solle das doch auch mal probieren, mit dem Impfen. Und so habe ich dann im Laufe des Tages
um die 25 Leute geimpft. Schon ein cooles Gefühl wenn man bedenkt, dass das in Deutschland wohl nicht so einfach
möglich wäre :-)
Falls ihr also auch mal was injiziert braucht: Ich bin jetzt vom Fach ;-) Und eigentlich unverständlich, dass Ärzte dafür in
Deutschland um die 15 € verlangen. Von daher kann ich es verstehen, dass meine Krankenkasse nur 4,66€ für das ei-
gentlich Impfen übernimmt...
So viel von mir, alles Gute nach Deutschland,
Leonard

Und zum Schluss sei noch gesagt:
BOHNEN KANN MAN NIE GENUG HABEN!



    Kommentare zu dieser Seite: